83WIRTSCHAFTLICHES UND RECHTLICHES UMFELD KONZERNLAGEBERICHT Kurzarbeitsregelung trugen dazu bei, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Inland nahezu auf Vorjahres- niveau (40,2 Mio.) gehalten werden konnte und die Anzahl der Erwerbslosen nur leicht von 3,1 auf 3,2 Mio. anstieg. Die Jahresteuerungsrate blieb mit 0,4 % nahezu auf Vorjahresniveau. ENTWICKLUNGEN IN DER BRANCHE Die Finanzmarktkrise hatte im Geschäftsjahr 2009 keine oder nur mittelbare Auswirkungen auf das Gesundheitswesen in Deutschland und auf dessen Leistungserbringer. Die Leistungsseite im Gesund- heitswesen wird durch die Entwicklung der Patien- tenbehandlungen im ambulanten und stationären Bereich bestimmt. Die Erlösseite ist gesetzlich reg- lementiert. Aus diesem Grund waren die Leistungs- erbringer im Gesundheitswesen von den Auswirkun- gen unmittelbar nicht betroffen. Wenn allerdings ab 2010 im Zuge des Rückgangs des Bruttoinlandspro- dukts auch die Zahl der Erwerbstätigen zurückgeht, ist nicht auszuschließen, dass auch die Einnahmen im deutschen Gesundheitswesen schrumpfen. Da je- doch die Nachfrage nach guter Medizin auch künftig tendenziell steigt ­ soweit Fehlbeträge nicht durch ergänzende Bezuschussung auf Bundes- und Länder- ebene ausgeglichen werden ­, ist die volle Versor- gung nur bei sinkenden Preisen möglich. Sollte sich diese Entwicklung über mehrere Jahre erstrecken, wird dem deutschen Gesundheitswesen schrittweise die finanzielle Grundlage entzogen. Die Konsequenz daraus würde sein, dass die Nachfrage nach Gesund- heitsdienstleistungen in zunehmendem Maße privat finanziert wird und die öffentliche Hand ihre Steue- rungsfunktion verliert. Für private Krankenhausbe- treiber ­ also auch für die RHÖN-KLINIKUM AG und ihre Kliniken ­ bedeutet dies einerseits zwar Erlös- und Ertragsrisiken, andererseits aber auch die Chan- ce zum Wachstum. Der seit 2003 jährlich überarbeitete DRG-Entgelt- katalog ist nach unserer Einschätzung weitgehend ausgereift. Er bildet die Kostenstrukturen der zu ver- gütenden Prozeduren in vielen Medizinsegmenten für den vollstationären Akutbereich zutreffend und leis- tungsgerecht ab. Unsere Initiativen für eine sachge- rechte Bepreisung vollstationärer und tagesklinischer Behandlungen werden nicht aufgegriffen, so dass mögliche Effizienzgewinne durch ein gezieltes medizi- nisches Angebot nicht gehoben werden. Als wesentliche Änderungen im Gesundheitswesen in Deutschland sind mit Wirkung zum 1. Januar 2009 erhebliche Änderungen in der Krankenversicherung sowie auf der Entgeltseite Regelungen des Kranken- hausfinanzierungsreformgesetzes (KHRG) in Kraft getreten. In der Krankenversicherung gilt seit dem 1. Januar 2009 die allgemeine Versicherungspflicht für jedermann. Ferner wurden ein Basistarif in der PKV, in Verbindung mit verbesserten Möglichkeiten des Wechsels zwischen privaten Krankenversicherungen, und ein einheitlicher Beitragssatz für die gesetzlich Versicherten eingeführt. Als Verteilungsstelle für die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerteile an die einzel- nen Krankenkassen nahm der sogenannte Gesund- heitsfonds seine Arbeit auf. Bei der Verteilung der Versichertenbeiträge an die einzelnen Kassen kam ein neuer Risikostrukturausgleich zum Tragen. Mit diesen Maßnahmen beabsichtigte der Gesetzgeber die Transparenz, die Fairness und den Wettbewerb zwischen den Krankenversicherungen zu verbessern. Ende 2009 hat bereits eine Reihe von Fusionen zwi- schen Krankenkassen stattgefunden. Der als Wettbe- werbssanktion für schlecht wirtschaftende Kranken- kassen gedachte Zusatzbeitrag, der ausschließlich von den Versicherten zu tragen ist, steht 2010 auf breiter Front vor seiner Einführung. Zwei Elemente des KHRG haben die Krankenhäuser 2009 im Rahmen ihrer Entgeltvorhaltung nachhaltig bewegt. Zum einen war es der Rabatt auf bestimm- te Teile von Mehrleistungen, der den Kostenträgern zusätzlich zu den gesetzlichen Ausgleichen zu ge- währen ist. Seine prozentuale Festlegung war heiß umstritten und sehr oft Gegenstand von Schiedsstel- lenverhandlungen. Im Verlauf des Geschäftsjahres näherten sich die sehr konträren Ausgangspositionen von 0 % bis 5 % als Angebot der Krankenhäuser und von 65 % als Forderung der Kassen auf eine Eini- gungsspanne innerhalb der Bandbreite von 10 % bis 25 % an. Als betriebswirtschaftliche Begründung für diesen Rabatt dient die kumulierte Vergütung der variab- len Kosten. Dabei wird jedoch allseits verkannt, dass die Vergütung von Mehrleistungen zu variablen Kos- ten eigentlich nur innerhalb enger Grenzen ihre Be- rechtigung hat, da im weiteren Verlauf regelmäßig zu vergütende sprungfixe Kosten anfallen. Die Aus- gleichsmechanismen verschiedenster Vorgänger-Ge- setzgebungen sahen für Mehrleistungen immer nur an-
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