82 KONZERNLAGEBERICHT WIRTSCHAFTLICHES UND RECHTLICHES UMFELD Wesentlichen aus um 11,3 Mio. gestiegenen Ab- schreibungen und aus dem um 9,1 Mio. höheren Konzerngewinn. Der Mittelabfluss aus Investitions- tätigkeit in Höhe von 406,7 Mio. (Vj. 254,8 Mio. ) lag deutlich über dem Vorjahreswert, da im Be- richtsjahr eine Reihe von Investitionsgroßprojekten vorangetrieben wurde und die MEDIGREIF-Gruppe zum 31. Dezember 2009 erworben wurde. Der Mit- telzufluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 537,9 Mio. (Vj. Mittelabfluss 20,0 Mio. ) resultier- te mit 444,8 Mio. insbesondere aus der Kapitaler- höhung. Die Nettofinanzverschuldung (ohne negative Marktwerte Finanzderivate) zum Bilanzstichtag von 400,4 Mio. (Vj. 605,8 Mio. ) entspricht etwa dem 1,4-Fachen (Vj. 2,3-Fachen) unseres EBITDA. Unser Eigenkapital stieg um 533,6 Mio. (+60,0 %) auf 1.422,9 Mio. an. Die Zunahme um 533,6 Mio. re- sultiert aus dem Konzerngewinn von 131,7 Mio. ab- züglich der an Aktionäre und Minderheitsgesellschafter vorgenommenen Ausschüttungen von 38,7 Mio. so- wie abzüglich des mit 4,2 Mio. ergebnisneutral beim Eigenkapital erfassten Abwertungsbedarfs des effek- tiven Teils der Zinssicherungsinstrumente (Cash-Flow- Hedge). Ferner erhöhten Nettoemissionserlöse aus der Kapitalerhöhung von 444,8 Mio. das Eigenkapital. Die Eigenkapitalquote stieg von 41,5 % auf 49,8 %. Für das Geschäftsjahr 2010 erwarten wir trotz heraus- fordernder Rahmenbedingungen Umsatzerlöse von ca. 2,6 Mrd. und einen Konzerngewinn von ca. 145 Mio. mit einer Bandbreite von jeweils 5 % nach oben oder unten. WIRTSCHAFTLICHES UND RECHTLICHES UMFELD GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG Die Auswirkungen der globalen Finanzmarktkrise des Jahres 2008 haben im laufenden Kalenderjahr zu ei- ner weltweiten Rezession der Realwirtschaften ge- führt. Die Wirtschaft brach in den USA um 2,5 %, in Japan um 5,9 %, in der EU um 4,1 % und in Deutsch- land um 5,0 % ein. Deutschland erlebte, insbesonde- re weil der Export dramatisch einbrach, die tiefste Rezession in der Nachkriegszeit. Weltweit haben die Regierungen konzertierte Aktionen zur Rettung des Bankensektors und der Konjunktur angestoßen. Notleidende Banken mussten schließen bzw. unter staatlicher Einflussnahme fusionieren oder sich eine Teilverstaatlichung gefallen lassen. Mit gro- ßem Aufwand an öffentlichen Mitteln wurden soge- nannte systemrelevante Privatbanken am Leben gehal- ten. Als Preis hierfür waren staatliche Mitsprache- und Kontrollrechte einzuräumen. In Deutschland wurde zur Rettung der Banken der sogenannte Bankenrettungs- fonds (SoFFin) ins Leben gerufen. Mit Hilfe dieser Maßnahmen konnte die notleidende Kreditversorgung der Wirtschaft wieder in Gang gesetzt werden. Das Jahr 2009 war auch das Jahr, in dem weltweit wie auch in Deutschland die bislang größten Kon- junkturpakete zur Rettung der Realwirtschaft an- gestoßen wurden. Allein in Deutschland hat die Bundesregierung mit 50 Mrd. das größte Konjunk- turprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik verabschiedet. Aus diesem Programm wurden öf- fentliche Investitionen, Steuer- und Abgabesenkun- gen sowie Anreize zum Autokauf (»Abwrackprämie«) finanziert. Zusammen mit der massiven Förderung des Arbeitsmarkts durch großzügige Kurzarbeitsrege- lungen ist es gelungen, den inländischen Konsum so- wie die inländischen Bauinvestitionen weitgehend zu stabilisieren. So konnte der dramatische Rückgang der Exportnachfrage durch eine Erhöhung der Bin- nennachfrage weitgehend kompensiert werden. Die für 2009 mit rund 6 % prognostizierte Rezession hat in Deutschland schließlich nur 5 % betragen. Der nach sechs Jahren erstmalige Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist 2009 mit 5 % (2008: Anstieg um 1,3 %) so stark wie noch nie in der Nachkriegszeit ausgefallen. Er betraf insbe- sondere die ersten zwei Quartale des Geschäftsjah- res 2009, in dessen weiterem Verlauf sich eine leich- te Stabilisierung auf niedrigem Niveau abzeichnete. Zur rezessiven Entwicklung haben insbesondere die Abnahme des Außenbeitrags (­3,4 %) und der Inves- titionen (­12,5 %) beigetragen, während die öffentli- chen und privaten Konsumausgaben ­ gestützt durch Konjunkturpakete ­ noch leichte Wachstumsimpul- se (+1,4 %) abgaben. Da die Konjunkturmaßnahmen über Schulden finanziert waren, stieg die Nettokredit- verschuldung der Bundesrepublik Deutschland 2009 um 77,2 Mrd. . Bezogen auf das BIP betrug die De- fizitquote 3,2 %. Damit wurde der Referenzwert des Maastricht-Vertrages (3,0 %) erstmals seit vier Jahren wieder überschritten. Die Konjunkturpakete und die
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