75GESUNDHEIT UND UMWELT CORPORATE GOVERNANCE Nicht zuletzt ist die Abteilung Technisches Controlling Impulsgeber, wenn es beispielsweise darum geht, mit innovativen Projekten auch die konzernübergreifende Entwicklung neuer Standards der Energieversorgung im Gesundheitswesen zu fördern ­ z.B. mit dem welt- weit ersten Hybrid-Blockheizkraftwerk, das 2010 am Universitätsklinikum Gießen in Betrieb gehen wird. INTEGRATIONSMANAGEMENT NEUER KLINIKEN: SCHWERPUNKTE ENERGIE UND EMISSIONEN Nach der Übernahme eines Krankenhauses ist es ein wichtiger Bestandteil unseres Integrationsmanage- ments, ein Controlling in den Bereichen Umwelt mit Schwerpunkt Energie und Emissionen einzuführen. Ausgangspunkt ist eine gründliche Bestandsaufnah- me in den Bereichen Strom, Wärme, Wasser sowie Müll in Abhängigkeit zur Fallzahlenentwicklung der Klinik. Zusätzlich führen Mitarbeiter des technischen Controllings eine Vor-Ort-Besichtigung durch, wobei sie die bestehenden technischen Anlagen kritisch überprüfen. Auf dieser Basis wird gemeinsam mit den lokal Verantwortlichen ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, der für die Dauer der Integration die zen- trale Handlungsanleitung zur schnellstmöglichen Optimierung des technischen Betriebs der Klinik dar- stellt. Häufige Ansatzpunkte zu Sofortmaßnahmen in bestehenden Anlagen sind: die konsequent bedarfsorientierte Steuerung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen die Vermeidung von Be- und Entfeuchtungsein- richtungen der Einsatz energiesparender Geräte und Systeme Substitution des Energieträgers Dampf. Zusätzlich werden nach Möglichkeit Sanierungs- und Modernisierungsinvestitionen durchgeführt, die hel- fen, Energieverbrauch und Emissionen deutlich zu reduzieren. Hierzu zählen: bei (Teil- bzw. Ersatz-)Neubauten: die Schaffung kompakter Baustrukturen eine optimale Gebäudedämmung Anlagenmodernisierung zum Beispiel im Bereich der Dampfversorgung der Einsatz intelligenter Regelungsstrategien die Umstellung auf Blockheizkraftwerke zur res- sourcenschonenden Energiebereitstellung Einsatz effizienter Anlagen zur Kälteerzeugung Förderung innovativer, schadstoffarmer Energie- technologien wie Brennstoffzellen Nutzung regenerativer Energien wie Erdwärme und Wasserkraft. Um die Nachhaltigkeit unseres Controllings zu ge- währleisten, führen wir bei Übernahme einer Klinik ein Berichtswesen im Bereich Energie ein. Grund- sätzlich ist ein Benchmarking aufgrund der sehr unterschiedlichen Versorgungsprofile und Gebäu- destrukturen unserer Kliniken nur bedingt möglich. Jedoch können wir Verbrauchsänderungen kurzfristig erkennen und deren Ursachen analysieren. In der Regel gelingt es uns, innerhalb von zwei Jahren den Energieverbrauch einer neu übernommenen Kli- nik mit den beschriebenen Maßnahmen um mehr als 10 Prozent zu senken. Wenn wir Neubauten errich- ten, können wir im Vergleich zur jeweiligen vorher betriebenen Altbausubstanz in der Regel noch grö- ßere Einsparungen beim Wärmeverbrauch erzielen. So haben wir nach Inbetriebnahme des Neubaus in Uelzen im Vergleich zum früheren Betrieb in den Alt- gebäuden Uelzen und Bad Bevensen den Wärmever- brauch um 74 Prozent reduziert, während allerdings der Stromverbrauch um 14 Prozent zunahm (Ver- gleich 1999 zu 2007). Ähnliche Ergebnisse verzeich- nen wir bei den Mittelweser-Kliniken: Dort sank der Wärmeverbrauch um 64 Prozent und auch hier stieg der Stromverbrauch um 14 Prozent (Vergleich 2002 zu 2007). Kevin Thieme, Pirna »Schnelle Hilfe ist sehr wichtig, da immer etwas passieren kann, besonders in meinem Beruf. «
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