69WISSENSCHAFTLICHER DIALOG CORPORATE GOVERNANCE te sich aus dem Zusammenspiel zwischen exzellenter Forschung und einer am Patienten orientierten, ab- laufoptimierten Krankenversorgung ergeben. Die Forschung des Herzzentrums Leipzig, das den Status einer Universitätsklinik unter privater Träger- schaft hat, genießt seit Jahren nationales und inter- nationales Ansehen. Zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen zeugen von der großen Anerken- nung. So wurde ein Ärzteteam der Klinik für Innere Medizin (Kardiologie) 2009 für ein wegweisendes Präventionsprojekt zur Verbesserung der körperli- chen Leistungsfähigkeit von Schulkindern mit dem Hufeland-Preis ausgezeichnet. Ebenso erhielten Forscher des Zentrums für ihre viel beachteten Forschungsarbeiten den Karl-Ludwig-Neuhaus-For- schungspreis und zu Beginn des Jahres 2010 den angesehenen Sven-Effert-Preis. Darüber hinaus beteiligen sich die Leipziger Medizi- ner an zahlreichen internationalen Kooperationen. Auch dies belegt, dass sie sich im Bereich der Kar- diologie und Herzchirurgie im Spitzenfeld der medi- zinischen Innovation bewegen. Die Ergebnisse ihrer Forschung werden zeitnah in die Patientenversor- gung eingesteuert. Mit Erfolg: Immer mehr Patientin- nen und Patienten vertrauen sich der Spitzenexperti- se des Herzzentrums an. Die Patientenzahlen steigen seit Jahren. Ein Meilenstein der wissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahre ist die internationale, multizentrische SYNTAX-Studie. Unter Leipziger Federführung konn- ten aus den umfangreichen Daten bereits erste, welt- weit beachtete Erkenntnisse für die Behandlung von Patienten mit koronarer Herzerkrankung gewonnen werden. Danach kommt die Implantation von Stents (filigranen Metallgittern) in die Herzkranzgefäße bei Patienten mit weniger komplexen Gefäßveränderun- gen als Alternative zur traditionellen Bypass-Opera- tion durchaus in Frage. Zu den exzellenten Behandlungsergebnissen, die die Mediziner mit den innovativen minimalinvasiven Techniken erzielen, hat die Weiterentwicklung der technischen Operationsumgebung wesentlich beige- tragen. So haben die Leipziger Ärzte in Zusammen- arbeit mit einem externen Partnerunternehmen ein kardiales Bildgebungsverfahren entwickelt, das die Vorteile der dreidimensionalen Computertomogra- phie-Darstellung mit der Live-Röntgenbilddarstel- lung am schlagenden Herzen vereint ­ in einer Un- tersuchung und in einem Gerät. Das 3-D-Bild steht quasi in Echtzeit zur Verfügung und wird mit dem Live-Röntgenbild des schlagenden Herzens zusam- mengeführt. Von dieser direkten Übertragung von Forschungsergebnissen in die Patientenversorgung profitieren Arzt und Patient gleichermaßen: Der Arzt kann noch genauer als bisher im Operationsbereich navigieren, für den Patienten verringert sich die be- lastende Kontrastmittelgabe auf ein Minimum. Im September 2009 hat das Herzzentrum Leipzig sei- nen neuen Hybrid-Operationssaal in Betrieb genommen ­ seine vielfältigen Vorzüge haben wir bereits in unse- rem letzten Geschäftsbericht vorgestellt. Auch dieses Beispiel macht deutlich, wie wir im Rahmen eines um- fassenden Technologietransfers gute Ideen, innovative Medizin und moderne Technik zusammenbringen, um unsere therapeutischen Optionen auszuweiten. Unsere universitätsmedizinischen Standorte in Gießen und Marburg zeigen ebenfalls, wie sich Wissenschaft und Patientenversorgung wechselseitig befruchten können. Gradmesser der Reputation und der Qualität der Forschungsarbeit sind auch hier Auszeichnungen, die Publikation wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Drittmittelförderung. So wurde ein Forscherteam des Zentrums für Innere Medizin am Universitätskli- nikum Gießen für die Entschlüsselung eines zentralen Proteins und seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Atherosklerose mit dem renommierten Rudi Busse Young Investigator Award ausgezeichnet. Christine Köpp, Pirna »Bei der Privatisierung war ich abwartend, weil man nie weiß, wie das Neue ist. Aber: Wohnortnahe Versorgung ist mir sehr wichtig, wegen langer Fahrzeiten und teurer Fahrpreise. «
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