59QUALITÄTSBERICHT 2009 CORPORATE GOVERNANCE Heidi Ryssel, Pirna »Zuerst hatte ich eine negative Einstellung gegenüber der Privatisierung. Meine Meinung hat sich seit meinem Unfall positiv geändert. Nach meinem Unfall wurde ich nach vier Stun- den operiert. Und ich bin zufrieden: Die Nähte sind gezogen, alles verheilt gut jetzt. « tienten. Damit fungiert die Dokumentation als inter- nes Protokoll der Arbeit am Patienten. Zum anderen verfolgen wir hiermit das Ziel, eine adäquate Hono- rierung zu sichern und eine solide Informationsba- sis für Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern zu schaffen. Sie hält alle Behandlungsschritte fest, ermöglicht es also, klinische Behandlungspfade zu entwickeln, ihre Einhaltung in der Praxis zu verfol- gen und sie gegebenenfalls zu verbessern. Die Doku- mentation der einzelnen Schritte, zum Beispiel der Patienteninformation durch den Arzt, ermöglicht es, bei Bedarf den Behandlungsablauf detailliert zurück- zuverfolgen. Dies hilft bei späteren Rückfragen des Patienten und sichert zudem die jeweilige Klinik und ihre Mitarbeiter. Dritte Säule im Qualitätssystem der RHÖN-KLINIKUM AG ist das Hygienemanagement. Dieses hat die Auf- gabe, Risiken für den Patienten und die Mitarbeiter zu minimieren, die sich aus Infektionsquellen erge- ben können. Der Schwerpunkt der Hygieneaktivitäten des Jahres 2009 war durch die Influenza-Pandemie vorgegeben. Im Zuge unseres umfassenden Risikomanagements haben wir bereits im April 2009 zentral die Vorräte antiviraler Arzneimittel aufgestockt sowie die Lager- bestände an persönlichen Schutzausrüstungen, ins- besondere Atemschutzmasken, überprüft und dem erwarteten Bedarf angepasst. In allen Kliniken wurden die Notfallpläne aktualisiert und Vorkehrungen für einen möglichen Massenanfall von Influenzapatienten festgelegt. Eine Impfkampag- ne wurde vorbereitet und sofort gestartet, nachdem der Grippeimpfstoff konzernweit verfügbar war. Die Beteiligung an dieser Impfung war im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich gut und erreichte ei- nen Beteiligungsgrad von 25 Prozent, in einigen Kon- zernkliniken sogar von über 50 Prozent. Nahezu alle Konzernkliniken waren im Sommer und vor allem im Spätherbst mehr oder weniger stark mit der Versor- gung von Influenzapatienten belastet. Dank der gu- ten organisatorischen Vorbereitung kam es in keiner Klinik zu personellen Einschränkungen oder Versor- gungsengpässen. Neben diesen sehr zeitaufwändigen Aufgaben galt das Augenmerk der Weiterentwicklung der infektions- epidemiologischen Surveillance und den daraus ab- geleiteten präventiven Interventionen. So haben wei- tere Kliniken das systematische Aufnahmescreening für MRSA bei Patienten mit definierten Risikofaktoren implementiert und dadurch die Übertragung dieses gefürchteten Erregers von Krankenhausinfektionen weiter reduziert. Positiv wirkte hierbei auch die Fortführung von Ak- tivitäten, die durch die »Aktion Saubere Hände« im Vorjahr initiiert worden waren. Der Verbrauch an Händedesinfektionsmittel nahm kontinuierlich zu und lag über dem Durchschnittsverbrauch der bundes- deutschen Kliniken. Der systematische Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene erfolgte in vier Ar- beitstreffen der »Projektgruppe Hygiene«. Dabei be- sprachen die Hygieneverantwortlichen aus allen Kon- zernkliniken die aktuellen Themen und erarbeiteten gemeinsam Leitlinien und Handlungsanweisungen, zum Beispiel zum Ausbruchmanagement, zu persön- lichen Schutzmaßnahmen bei Patienten mit hochan- steckenden Erregern und zum Vorgehen bei Patien- ten mit Clostridium-difficile-assoziierter Diarrhoe. In einem regionalen Verbund haben wir Anfang 2009 ein bundesweit einmaliges Programm zum rationalen Umgang mit Antibiotika (»Antibiotic Stewardship«) initiiert. Hierbei betreut ein Mikrobiologe/Infektiolo- ge insgesamt acht Kliniken. Im Rahmen von Infekti- onsvisiten diskutiert er die Indikation und die Art der Antibiotikatherapie mit dem Ziel, auch die Infektions-
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